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Klitschige Krume – Ursachen und Lösungen

Klitschige Krume

Die Bedeutung der Ausbackzeit

Eine klitschige Krume ist ein häufiges Problem beim Brotbacken, das die Freude am selbstgebackenen Brot trüben kann. Oft ist eine unzureichende Ausbackzeit die Hauptursache. Während des Backens verdunstet Wasser aus dem Teig. Ist die Backzeit zu kurz, bleibt zu viel Feuchtigkeit in der Krume zurück, was zu einer klitschigen Konsistenz führt. Die Krume wirkt dann feucht, schwer und wenig elastisch.

Die ideale Ausbackzeit hängt von der Größe und Form des Brotes sowie der Ofentemperatur ab. Größere Brote benötigen eine längere Backzeit als kleinere Brote. Auch die Ofentemperatur spielt eine Rolle. Bei zu niedriger Temperatur verdunstet das Wasser langsamer, was ebenfalls zu einer klitschigen Krume führen kann. Ein einfacher Test, um festzustellen, ob das Brot fertig gebacken ist, ist der Klopftest. Klingt das Brot hohl, ist es in der Regel ausreichend gebacken.

Der Einfluss der Hydration

Ein zu hoher Wasseranteil im Teig, auch bekannt als hohe Hydration, kann ebenfalls zu einer klitschigen Krume führen. Wasser ist essenziell für die Teigbildung, da es die Glutenentwicklung ermöglicht und die Stärke verkleistert. Ein Zuviel an Wasser kann jedoch dazu führen, dass die Krume nach dem Backen zu feucht bleibt und eine unerwünschte, klebrige Textur entwickelt.

Die optimale Hydration hängt von der Art des Mehls und dem gewünschten Ergebnis ab. Mehle mit einem hohen Proteingehalt können mehr Wasser aufnehmen als Mehle mit einem niedrigen Proteingehalt. Um eine klitschige Krume zu vermeiden, sollte das Wasser langsam und kontrolliert zugegeben werden. Eine Autolyse, bei der das Mehl vor dem Kneten mit dem Wasser vermischt wird und ruhen kann, kann helfen, die Wasseraufnahme des Mehls zu verbessern und die Glutenentwicklung zu fördern. Ein gut hydratisierter Teig ist elastisch und lässt sich gut verarbeiten.

Die Rolle der Teigreife

Eine unzureichende Teigreife, sowohl bei der Stückgare als auch bei der Gare im Ganzen, kann zu einer klitschigen Krume führen. Während der Gärung wandeln Hefen oder Sauerteig Zucker in Kohlendioxid und Alkohol um. Das Kohlendioxid lockert den Teig auf und sorgt für sein Volumen. Ist der Teig nicht ausreichend gereift, enthält er zu wenig Kohlendioxid, was zu einer dichten und klitschigen Krume führt.

Die ideale Gärzeit hängt von der Art des Triebmittels (Hefe oder Sauerteig), der Teigtemperatur und der gewünschten Teigentwicklung ab. Ein kalte Gare im Kühlschrank kann helfen, die Gärung zu verlangsamen und die Aromenentwicklung zu fördern. Ein reifer Teig hat sein Volumen deutlich vergrößert und zeigt eine gute Gasbildung. Ein Überreifen des Teiges kann jedoch auch zu Problemen führen, da das Glutengerüst geschwächt wird und die Krume zusammenfällt.

Der Einfluss des Mehls

Die Art und Qualität des verwendeten Mehls haben einen wesentlichen Einfluss auf die Beschaffenheit der Krume. Mehle mit einem niedrigen Proteingehalt oder einer schwachen Kleberqualität neigen dazu, eine klitschige Krume zu bilden. Diese Mehle können das Wasser nicht ausreichend binden und die Glutenstruktur ist nicht stark genug, um eine luftige und elastische Krume zu bilden. Die Wahl des richtigen Mehls ist daher entscheidend.

Für Brote, die eine luftige Krume erfordern, sollten Mehle mit einem hohen Proteingehalt und einer guten Kleberqualität verwendet werden, wie z.B. Manitoba-Mehl oder spezielle Brotmehle. Auch der Ausmahlungsgrad des Mehls spielt eine Rolle. Mehle mit einem hohen Ausmahlungsgrad, wie Vollkornmehle, enthalten mehr Kleie und Keim, die die Glutenentwicklung beeinträchtigen können und zu einer dichteren Krume führen. Um dies zu kompensieren, kann man den Teig mit etwas Weizenmehl mischen oder eine längere Autolyse durchführen.

Die Bedeutung der Ofentemperatur

Eine zu niedrige Ofentemperatur kann ebenfalls zu einer klitschigen Krume führen. Bei zu niedriger Temperatur verdunstet das Wasser im Teig langsamer und die Stärke verkleistert nicht richtig. Dadurch bleibt die Krume feucht und klebrig. Eine ausreichend hohe Ofentemperatur ist daher essenziell für eine gute Krume.

Die ideale Ofentemperatur hängt von der Art des Brotes und der Größe des Teiglings ab. In der Regel liegt sie zwischen 200 und 250 Grad Celsius. Es ist wichtig, den Ofen ausreichend vorzuheizen, bevor das Brot hineingeschoben wird. Auch das Schwaden zu Beginn des Backens kann die Krume positiv beeinflussen, da es die Teigoberfläche elastisch hält und ein optimales Aufgehen des Brotes ermöglicht. Nach dem Schwaden sollte die Temperatur reduziert werden, um ein zu schnelles Bräunen der Kruste zu vermeiden.

Weitere Faktoren und Tipps

Neben den bereits genannten Faktoren gibt es noch einige weitere Aspekte, die zu einer klitschigen Krume beitragen können. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Ofen kann die Verdunstung des Wassers aus dem Teig behindern. Auch das Anschneiden des Brotes im warmen Zustand kann dazu führen, dass die Krume zusammenfällt und klitschig wird. Das Brot sollte daher vor dem Anschneiden vollständig auskühlen.

Um eine klitschige Krume zu vermeiden, sollte man alle Faktoren sorgfältig berücksichtigen und die Backparameter entsprechend anpassen. Eine genaue Beobachtung des Teiges während des gesamten Prozesses ist entscheidend, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Mit etwas Übung und Geduld lässt sich auch ein Brot mit einer perfekten, luftigen Krume backen. Die Freude am Ergebnis ist die Mühe allemal wert.

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